Kommentare

Ist das nicht Paradox: Das Internet hat irgendwie mit “Informationen” zu tun, Zeitungen geben vor, Informationen zu liefern – und nun ist das Internet am Zeitungssterben schuld?

Tatsache ist: Das Geschäftsmodell “Zeitung” hat mitnichten “Information” auf seine Fahnen geschrieben. Das Geschäftsmodell einer “normalen” Zeitung ist schlicht und einfach: “Werbung”. Und Webegelder gehen dorthin, wo Menschen sind (und ein Werbe-Euro nicht nur versackt – sondern möglichst mit vielen Kumpels zurück in die Börse wandert). Gegenüber dem Internet haben Zeitungen und Zeitschriften einen harten Stand.

Das liegt (meine ich), an drei Sachen: der Aktualität, der Qualität und der Einzigartigkeit.

Mit der Einzigartigkeit ist es in der Regel nicht weit her: Artikel werden bei Agenturen (sprich: Deutscher Pressedienst) eingekauft. Und damit sind große Teile von Zeitungen beliebig austauschbar. Die Qualität – nun, bei einem eingekauften Artikel sind alle gleich gut (oder gleich schlecht). Und was die Aktualität angeht:

Wie sagte mein Vater immer: “Es gibt nichts, was so alt ist, wie die Zeitung von Gestern”. Also “neu” oder “aktuell” kann eine Zeitung nicht sein. Jedenfalls nicht gegenüber dem Internet.

Mit anderen Worten: auch ich sage: “Die normale Zeitung” wird es schwer haben. Das war Gestern. Heute wird ein neuer Nagel in den Zeitungssarg geschlagen:

Handys sind der Untergang von Online-Zeitungen

Ups. Handy – Zeitung – böse? Wie kann das sein? Haben nicht Springer und Konsorten die letzte Hoffnung auf den digitalen Bürger gesetzt, der die Zeitung auf seinem Handy liest? Mary Meeker’s Latest Internet-Trends läßt jedenfalls wenig Raum für Hoffnung. Und die Statistik  lässt Böses Ahnen: Handys verderben ein bereits schlechtes Geschäft.

Quelle: http://recode.net/2014/05/28/heres-the-full-deck-of-mary-meekers-latest-internet-trends-report/#jp-carousel-50684

Online-Anzeigen fressen Offline-Werbung

In den letzten Jahren sahen wir, wie Werbegelder von traditionellen Nutznießern (Zeitungen) abgezogen wurden und im Internet (jedenfalls aus Sicht der Zeitungen) verschwanden. Hier setzte das Zeitungssterben ein.

Handy-Werbung bringt kein Geld

Mit Handys kann nur 10% des Werbeertrags erwirtschaftet werden – im Vergleich zum normalem Desktop. Also, statt 100 Euro gibt es nur 10. Hier macht wohl jemand den Sargdeckel zu.

Und die Online-Zeit mit Handys wächst exponentiell. Und die Werbeerlöse halten da bei weitem nicht mit.

Quelle: http://recode.net/2014/05/28/heres-the-full-deck-of-mary-meekers-latest-internet-trends-report/