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Ok, der zeitgemäße Pseudosatz “Google Maps hacken betrug konkurrenz” ist nicht die echte Überschrift. Es handelt sich hier wohl um die SEO-Optimierte Version von “Wie Betrüger den Kartendienst von Google manipulieren”. (Was ein Zitat ist).

Aus leistungsschutzrechtlichen Gründen kann ich keine Url angeben oder gar auf den Artikel verlinken – die rechtliche Unsicherheit und die Gefahr einer Kostennote ist mir einfach zu hoch. Außerdem, Sie dürfen mir glauben, macht es nicht wirklich Sinn, den Artikel zu lesen, der Autor, Patrick Beuth bestätigt nur das Vorurteil, dass Leistungsschutzrechtsanhänger nicht wirklich wissen, worüber sie reden. Schreibt doch besagter P. Beuth:

Wenn es den Eintrag in Places erst einmal gibt, kann ihn der erste, der ihn bemerkt, relativ einfach bearbeiten, also zum Beispiel falsche Öffnungszeiten angeben. Das funktioniert wie in der Wikipedia: Da, wo Nutzer die Inhalte der Plattform verändern können, kommt es zu Manipulationen. Wenn andere Nutzer das schnell merken, bleiben die falschen Angaben nicht lange stehen. Aber sie merken es eben nicht immer.

Stimmt das – oder wird hier (falsches) Halbwissen zum Besten gegeben? Wagt sich hier ein mutiger Autor hinaus auf das unbekannte Neuland? Ein moderner Robert Falcon Scott, der tragisch scheitert und seine Begleiter – sprich Leser in den Abgrund reißt?

  R. F. Scott – Wikipedia  Die Zeit Pressehaus Hamburg

 

Auf jeden Fall hört sich die gesamte Geschichte dramatisch an; ein unbedarfter 75 jähriger Lokalbetreiber muss sein Geschäft schließen, weil Unbekannte den Places-Eintrag manipuliert hätten. Ein Places-Eintrag, von dem der Wirt noch nicht einmal wusste, dass es ihn gibt. (“Wie böse ist das denn”schwingt hier im Artikel von P.B mit)

Kehren wir zum Wahrheitsgehalt des Artikels zurück … wir erinnern uns: “Das funktioniert wie in der Wikipedia”. Nun, R.F. Scott, ups, Herr P.B. von Z. mag schon einmal (oder auch mehrmals) den einen oder anderen Wikipedia-Artikel gefälscht, verfälscht oder geändert haben, und sich anschließend über andere Nutzer, die seine Änderungen rückgängig machten, geärgert haben. Aber so funktioniert Google-MyBusiness nicht.

Hier kann zwar Hinz und Kunz und auch Herr B aus Z. behaupten, Besitzer, Inhaber oder Verantwortlicher eines bestimmten Geschäfts zu sein. Dann darf er auch den Eintrag ändern – nur wird der geänderte Eintrag nicht gezeigt. Denn so wie im Artikel behauptet – wie bei der Wikipedia – funktioniert es einfach nicht.

Unbefugte können einen Google Maps Eintrag nur schwer ändern – wenn überhaupt

Google arbeitet mit “zwei Faktor Authentifizierung”. Entweder ruft Google auf der Firmennummer an (die dann im gekauften Datensatz  vorhanden sein musste) – oder schickt eine Postkarte. Mit Anruf oder Postkarte wird eine Sicherheitsnummer übermittelt – mit der sich der tatsächliche Besitzer des Geschäfts ausweisen muss.

Die Datensätze werden von Adressverlagen gekauft und die dort gespeicherten Nummern sind für die Authentifizierung zugelassen. Neu eingetragene Telefonnummern werden nicht verwendet.

Wie können Firmeneinträge geändert werden?

Fassen wir zusammen: Um die Daten eines Firmeneintrags zu ändern, muss sich der Anwender Google gegenüber ausweisen. Kann der Angreifer auf den Firmenbriefkasten oder das Firmentelefon zugreifen ist er erfolgreich. Ansonsten nicht.

Was halten wir vom Zeit-Artikel?

Die Schlussfolgerung ist: der “Artikel” von Herrn B aus Z fällt unter Halbwissen. Und das ist bekanntlich gefährlich. Mit Halbwissen (oder genauer: mit falschen Behauptungen) läßt sich trefflich Stimmung machen.